Im Wald nur dünne Leitungen

Gestern habe ich bei CONGSTAR eine Meldung abgegeben, dass die als DSL6000 bestätigte und bezahlte Leitung durch eine „Portbremse“ nur als DSL3500 angeschlossen ist, siehe auch Die DSL-freie Zeit zwischen den Jahren ist vorbei vom 7.01.2008.

Wir haben Ihre Angaben geprüft. Bei Ihnen ist nur eine DSL Verfügbarkeit von 3073 kbit/s möglich.

Die Angaben der Fritz Box über eine tatsächliche Leistungskapazität von 8150 kbit/s, beziehen sich nur auf die Fitz Box. Diese ist für- bis zu dieser DSL Geschwindigkeit- ausgelegt.

Die Antwort von CONGSTAR, wobei mich die Rechtschreibfehler vermuten lassen, dass es sich hierbei sogar um eine Nichtstandardnachricht handelt, beinhaltet zumindest ansatzweise richtige Informationen! Die Hilfe der Fritzbox sagt zu eben diesem Thema:

  1. Leitungskapazität: Die auf der Leitung physikalisch maximal mögliche Übertragungsrate.
  2. ATM-Datenrate: Die „ATM-Datenrate“ ist die tatsächlich auf der Leitung eingestellte Bitrate. Mit dieser Geschwindigkeit werden die Daten auf der Leitung übertragen.
  3. Leitungsdämpfung: Rate (in dB), um die das Signal bei der Übertragung abgeschwächt wird.

Die Leitungskapazität von 8.150 kBit/s wäre nur möglich, wenn ich direkt neben der Knotenvermittlungsstelle sitzen würde. Stellt somit also doch nur einen theoretischen Wert dar. Die ATM-Datenrate ist die tatsächlich erreichte/bereitgestellte Rate.

Der Knackpunkt bei meinem Anschluss liegt hier: die Fritzbox meldet eine Leitungsdämpfung von 36dB. Schaut man nun bei wikipedia nach, stellen einige Anbieter, wie bspw. die Telekom bis DSL6000, ihre Leitungen in Abhängigkeit von der Leitungsdämpfung auf einen festen Wert ein, also doch Portbremse. Ab DSL16000 verwendet die Telekom die ratenadaptiven Schaltung, dort wir je nach aktuellen Bedingungen eine maximal mögliche Rate ausgehandelt.

Leider berechnet die Telekom die Leitungsdämpfung mit Hilfe der technischen Ausstattung also bspw. Leitungsquerschnitt und Leitungsführung (siehe Kontes-Orka-Leitungsdatenbank). Und sie werden niemals mehr Bandbreite einstellen als laut Liste möglich sind.

Die „Risikoschaltung“ der Telekom erlaubt an Anschlüssen mit einem Dämpfungsmaß von 20,1 .. 31,7 dB nur Übertragungsraten vom 3.072 kBit/s. Da hab ich ja mal Glück gehabt, theoretisch kann ich nur 2.048 kBit/s haben. smile_sniff

Fazit: Manche Anbieter berechnen die Dämpfung nicht so „sicher“ wie der Rosa Riese, damit können sich bei diesen Anbietern auch höhere Übertragungsraten einstellen lassen.

Lösung kaum in Sicht, denn die Anbieter mit eigenen Vermittlungsstellen sind IMHO keine Alternative!

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